In/formelle kommunale Hilfsnetzwerke in ländlichen Gemeinden (KommHilf)

Projektträger:
Bertha von Suttner Privatuniversität St. Pölten GmbH
Wissenschaftliche Leitung:
Alban Knecht
Weitere beteiligte Einrichtungen:
VICESSE
Österreichisches Rotes Kreuz Landesverband Niederösterreich
Handlungsfeld(er):
Gesellschaft und Kultur
Wissenschaftsdisziplin(en):
5040 - Soziologie (70 %)
5090 - Andere Sozialwissenschaften (30 %)
Förderinstrument: Citizen Science
Projekt-ID: FTI25-C-008
Projektbeginn: 01. Juni 2026
Projektende: 31. Mai 2029
Laufzeit: 36 Monate / noch nicht begonnen
Fördersumme: € 354.692,00
Kurzzusammenfassung:
Informelle Unterstützung spielt eine bedeutende Rolle bei der individuellen und kollektiven Bewältigung von Alltagsherausforderungen und Krisen. Dies gilt insbesondere für ländliche semi-periphere Räume. Die sogenannte Informalisierung der Zivilgesellschaft stellt (formale) Hilfsorganisationen, politische Akteure und die Sozialwissenschaften aber auch vor neue Herausforderungen. Es gibt einen Mangel an Wissen 1) über Praxis und Koordinationsdynamik informeller Unterstützung, 2) über Mechanismen der Inklusion und Exklusion, die ihre Resilienzeinschränken, und 3) einen Bedarf an nachhaltigen Schnittstellen zwischen formeller und informeller Hilfe. Das Projekt "KommHilf – In/formelle Unterstützungsnetzwerke in ländlichen Gemeinden" zielt darauf ab, die Zusammenarbeit von informellen und formellen Unterstützungsnetzwerken zu stärken. Mit einem innovativen Ansatz werden in/formelle Hilfspraktiken mit partizipativen qualitativen Methoden erforscht und kartiert, um Anwendungswissen für Hilfsorganisationen, politische Entscheider:innen und lokale Akteur:innen sowie wissenschaftliche Erkenntnisse über die Koordinationsmechanismen von vernetzten in/formellen Unterstützungspraktiken zu schaffen. In zwei partizipativen Fallstudien in ländlichen Gemeinden entwickeln Citizen Scientists, Forscher:innen und professionelle Mitglieder von Hilfsorganisationen gemeinsam Lösungen für lokale Herausforderungen, einen Bottom-up-Leitfaden für den dritten Sektor und Policy-Empfehlungen zur Stärkung in/formeller Netzwerke. Um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, wird KommHilf in den beiden Gemeinden drei Living Labs zur partizipativen Definition der Forschungsfragen, zur Datenerhebung und -analyse sowie zur Gestaltung lokaler und organisatorischer Lösungen einrichten. Eine innovative Kombination aus Sozialtheorie und Bürger:innenwissen eröffnet so neue Perspektiven auf bürgerschaftliches Engagement und trägt zur Bearbeitung aktueller soziale Herausforderungen bei.
Schlüsselbegriffe:
Participatory Citizen Science, informal assistance, social resources, comparative community studies, disaster studies, social infrastructure
